Clubgeschichte

  Anno  1809 –  „Auf der Wacht“ erhält seinen Namen

Im Jahr 1797, als die europäische Koalition gegen Frankreich kämpfte, marschierten das erste Mal französiche Truppen in Kärnten ein. Über Tarvis kamen sie nach Pörtschach, nach einem Kampf in Krumpendorf erreichten die Truppen General Massénas am 29. März 1797 Klagenfurt. Am 30. März 1797 kam General Bonaparte, der zuvor bei der Franzosenlinde in Pritschitz Rast machte, nach Klagenfurt.

Am 9. Mai 1797 zogen die Franzosen ab, Ende Mai vereinnahmten die österreichischen Truppen wieder Kärnten. In der Folge gibt es weitere Koalitionskriege, bis es 1804 zu einer Neuordnung der österreichischen Provinzen kommt.

Im Mai des Jahres 1809 wird Kärnten wieder von den Franzosen besetzt. Mit dem Frieden von Schönbrunn vom 14. Oktober 1809 gab es jedoch kein Land Kärnten mehr. Der Villacher Kreis – ab Velden – (Oberkärnten, Osttirol und alle Teile südlich der Karawanken) kam zu Frankreich, zu den Illyrischen Provinzen, die von Laibach verwaltet wurden.

Der Klagenfurter Kreis mit Pörtschach kam zu Österreich, deren Sitz der Verwaltung in Graz war.

Somit war Pörtschach ein Grenzort geworden. Die Grenze lief westlich des Forstsees über den Wörthersee in Richtung Auen. Westlich des heutigen Hauses Schnür wurde eine österreichische Zollstation eingerichtet. Die natürlichen Gegebenheiten mit der Straßenenge, auf der einen Seite der Felsen zur Seeburg (heute Hohes Gloriette), auf der anderen Seite der See ergaben eine ideale Grenze. Diese Stelle, die immer eine Lände für den Antransport von Baumaterial und Gebrauchsgütern war, wurde aufgrund der dortigen Grenzwache vom Volke aus „Auf der Wacht“ bezeichnet und wird in vielen Plänen und Aufzeichnungen auch so genannt. Heute ist es Bereich zwischen Haus Schnür (Deutsches Haus) und der Villa Seenestl. 

Im Gasthaus „Zum Richter“, gegenüber dem „Weißen Rössl“ befand sich über vier Jahre die Zollabfertigungsstelle.

Westlich der Grenze (Velden) galten damals die französischen Gesetze, der französische Kalender und auch die französiche Währung.

Überliefert ist aus dieser Zeit der große Schmuggel. Vom französischen IIllyrien kamen Tabak, Seide, Südfrüchte, dafür waren die österreichischen Pferde auf der anderen Seite äußerst beliebt. Die Schmuggler waren meist in der Nacht auf den Wegen nördlich der Burgruine Leonstein oder auf dem Wasser mittels Plätten und kleinen Schiffen unterwegs.

Am 6. Juli 1814 war dann der Franzosenspuk vorbei, das Land war wieder frei, aber noch immer nicht ein eigenes Kärnten.

Erst im Jahr 1848 gab es wieder ein selbstständiges Kärnten.

Aufzeichnung der Lager- und Landungsplätze in Pörtschach aus 1895 – mit der Bezeichnung „Auf der Wacht“ und dem Vermerk, dass dort die Gemeinde eine Badehütte erbauen kann.

wacht2

Quelle: Putzger Historischer Weltatlas. Die Grenze zwischen dem Kaisertum Österreich und den Illyrischen Proovinzen Frankreichs lief zwischen Pörtschach und Velden (gedachte Linie Innsbruck – Graz).

wacht3

Vermessungsplan „Auf der Wacht“ vom 2. Juli 1895

 

 Schon 1950 befassten sich Pörtschacher Wassersportler mit dem Gedanken einen Segelverein zu gründen. Diplomsportlehrer Ernst Sepp GROSSL, er wirkte als Sportlehrer im Pörtschacher Gemeindebad, war die treibende Kraft.  Als Gründungsdatum wird der 5.7.1952 genannt, wenn auch die Bestrebungen zur Gründung des Vereines schon früheren Datums sind. Gründungsmitglieder waren E.S.Grossl, Max Orasch, Ferry Pacher, Wolfgang Rapatz, Winfried Rapatz, Traudl Rapatz, Valentin Stossier, Anzl Franz, Huber Adolf, Prof.Pettauer, Stefan Pickelsberger und Aldo Neuscheller. Gründungsobmann des neuen Yachtclubs in Pörtschach war Wolfgang Rapatz, erster und langjähriger Obmann ab 1952 war Ing. Ferry Pacher.Bibi Grossl konnte mit Hilfe des Dachverbandes, der Turn- und Sportunion, als Geschenk für die Gründung des KYC Pörtschach einen Piraten in Empfang nehmen, der in Pritschitz in der Hammerwerft gebaut worden war. Tolle Regatten wurden damals mit wenig Geld aber viel Enthusiasmus ausgerichtet. Die ersten Regatten fanden im Piraten statt (3 Teilnehmer Tendenz zunehmenstellad), dann beteiligte sich die Klasse der Einheitszehner Experten waren H.H.Böcker und Aldo Neuscheller. Für die bald stattfindende 1.Österreichische Staatsmeisterschaft in Pörtschach, wurden im heutigen Promenadenbad von der Kurgemeinde Liegeplätze geschaffen. 1954 fand die ÖSTM in der Einheitszehner – Klasse statt.Starbootstaatsmeisterschaften wurden 1955,1958,1962 und 1965 ausgetragen, eine groß-artige Leistung des Clubs und des Obmannes Ing.Ferry Pacher.- in Summe wurden vor Pörtschach bis 1992 über 118 Regatten veranstaltet und davon waren 16 ÖSTM mit internationaler Besetzung. Das Haus Schnür war viele Jahre Heimat der Starbootsegler gewesen. Da Starboote heute nur mehr zu Regatten ins Wasser kommen, musste sich die Starflotte eine andere Heimstätte suchen, die sie in der Gemeinde Techelsberg – wenn auch auf engstem Raume – fand. 1991 übernahm Dr.Weissel die Clubleitung. Mit großer Unterstützung der Gemeinde Pörtschach konnte nach vielen Fehlschlägen endlich eine Bleibe gefunden werden, die pfleglichst gehegt wird. Der Bootskran am westlichen Ortsausgang wird von Clubmitglied H. Schweiger betreut.